Camden Lock Market (London) – Reportage

•29. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Reportage Camden Lock Market

London ist mit beinahe 10.000.000 Einwohnern eine der größten Städte Europas. Zugleich ist die Innenstadt von London auch eine der wichtigsten Finanzplätze der Welt, wodurch jede Menge Trubel in der Londoner Innenstadt herrscht.

Doch nicht nur in der Innenstadt erlebt man das pulsierende Leben Londons. Ca. 3 km nördlich der Innenstadt liegt im Bezirk Camden der Camden Market. Mit 500.000 Besuchern pro Woche ist es einer der größten Märkte Londons. Mittelpunkt dieses Markts ist die Straße Camden High Street.

Überall neue Eindrücke

Sobald man aus der Tube-Station “Camden Town” herausschreitet, so wie es die meisten Besucher des Camden Markets machen, öffnet sich vor den Augen eine scheinbar neue Welt. War man kurz zuvor noch zwischen weitgehend grauen Fassaden spaziert, so blickt man nun auf kleine, anneinandergereihte Häuser, die in allen Regenbogenfarben angestrichen sind, als ob ein Haus das Andere mit seiner grellen Farbe zu übertrumpfen versucht. Was im Gegensatz zu den sonst so dezenten Fassaden im restlichen London steht. An der Straßenfassade von einem zweistöckigen blauen Haus mit weißen Fenstern hängt ein ca 7m großes Flugzeug, das im Sturzflug, scheinbar jeden Moment in die dunkelblauen Markisen eines Lederwarengeschäftes kracht. In einem mit rot-weißem Schachbrettmuster gestrichenen Haus befindet sich ein Modegeschäft. Daneben hängen von einer tief schwarzen Hauswand 3m hohe Stiefel mit hohen Absätzen und zwei Häuser weiter wurde eine Fassade so angemalt, dass es ausschaut als würde sie in Flammen aufgehen

Entlang der Straße merkt man erst einmal wie viele Menschen auf einmal unterwegs sind. Auf einer Straßenseite stehen 3 Männer, vermutlich japanischer Herkunft und versuchen jeweils das beste Bild von einem anderen japanischen Mann zu machen. Auf der Straße hört man dann plötzlich den Fahrer eines englischen Sportwagens hupen, da der Fahrer eines Lieferwagens auf der stark befahrenen Straße hält.

Die lokale Szene


Doch die Gegend rund um den Camden Lock Market zieht nicht nur viele Touristen an, sondern auch Mitglieder der „Gothic“- Szene. Viele Kleiderläden sind deshalb auf Mitglieder aus dieser Szene ausgerichtet. Generell findet man auf diesem Markt Kleidung für jeden, egal ob Hippie, oder Yuppie.

Das ist auch der Grund warum der Markt bei vielen berühmten oder weniger berühmten Leuten auch sehr beliebt ist. Darauf folgt, dass der Markt ein beliebter Treffpunkt bei jungen Menschen ist und die Gegend rund um den Markt einen eher jugendlichen Charme versprüht, was im biederen England eher ungewöhnlich ist.

Dieses Image führt auch dazu, dass sich die englische Zweigstelle des bekannten amerikanischen Musiksenders MTV sich in dieser Gegend niederlies und auch der deutsche Fernsehsender RTL hat sich hier eine Zweigstelle errichtet.

Auf dem Weg zum Lock Market

Das eigentliche Herzstück dieser Gegend ist der Camden lock Market. An einer alten Schleuse gelegen, nach der der Markt auch benannt wurde (lock = engl. Schleuse). Dort findet man nicht nur Läden, sondern auch Cafés, die in den alten Markthallen beherbergt sind.

Bevor man jedoch dort hingelangt muss man sich durch das bunte Treiben kämpfen. Dabei sieht man immer wieder Menschen, die so viele Piercings oder Tatoos haben, dass man sich schon fragt, ob das nicht weh tut. Einer dieser Menschen hält gerade ein Schild hoch, welches Werbung macht für ein „seriöses Tatoo und Percing Studio“. Man beachtet aber eher den Mann selbst, als sein Schild. Denn beinahe sein gesamtes Gesicht ist mit Piercings geschmückt und durch seine Nasenwand hängt ein Metallring, wie man sie sonst nur bei Stieren sieht. Neben den vielen Piercings sieht man auch eine enorme Anzahl an Tatoos. Obwohl der Mann einen Pullover und eine lange Hose anhat! Das dichte Muster der Linien lassen seine ohnehin schon sehr gebräunte Haut noch dunkler wirken.

Ob man jetzt das angepriesene Piercing und Tatoo Studio besucht bleibt einem selbst überlassen. Der Eingang dazu befindet sich zwischen zwei Läden, die Plastikspielzeug verkaufen. Von dort führt eine Stiege in den Keller.

Weiter geht es vorbei an Ständen mit frisch gepressten Orangensaft, welcher eine herrliche Erfrischung für einen Pfund bietet.

Der Camden Lock Market.

Endlich am Camden Lock Market angekommen findet man sich in einem Gewirr von Marktständen wieder, die von bedruckten T-Shirts bis hin zu Thailändischem Essen beinahe alles anbieten. Zuerst geht es durch die verschiedenen Marktstände, die Essen anbieten. Man kann sich leicht durchprobieren, da ein Teller Essen bei jedem Stand nur 3,50 Pfund kostet. Man kann sich aber zuerst auch alles herrlich durchprobieren, da einem bei jedem Stand eine Verkäuferin mit einem freundlichem „Do you want to try, Mister?“ eine Kostprobe anbietet.

Weiter geht’s zum Horse Stable Market, wo sich allerlei Souvenirläden befinden.

Weiters findet man dort auch noch viele Markthallen, von denen aber ein Teil im Februar 2008 abgebrannt ist. Diese Teile konnte man deshalb zum Reisezeitpunkt nicht betreten.

Doch das macht nichts, denn zahlreiche Bänke bieten die ideale Gelegenheit um sich die zahlreichen Gratiszeitungen durchzulesen oder um einfach nur dem bunten Treiben zuzusehen.

Fazit

Der Camden Market sollte bei keiner London Reise fehlen, schon alleine nicht des Essens wegen. Aber auch um sich mit Souvenirs einzudecken oder um einfach nur eine andere Seite von London kennenzulernen ist der Markt ideal.

Eine Fahrt mit „Stern und Hafferl“

•23. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Wenn man in den Bus von „Stern und Hafferl“ einsteigt bekommt man, außer wenn die Schüler gerade aus haben, so gut wie immer einen Sitzplatz. Die Fahrt in dem Bus ist äußerst angenehm. Der Busfahrer hält sich an die Verkehrsregeln und schaut hin und wieder in den Spiegel, der ihm zeigt, ob sich auch jeder im Bus ordentlich verhält. Eis essen ist zwar im Bus nicht erlaubt, aber das hat auch seine Gründe, denn dadurch bleibt der Bus sauber. Und das ist schon seit der Gründung von „Stern und Hafferl“ so. Die Gründung des Eisenbahnunternehmens Stern & Hafferl erfolgte 1883 in Wien. Das Unternehmen wurde von Josef Stern (geboren 18. März 1849 in Ebenau, gestorben 22. März 1924 in Gmunden) und Franz Hafferl (geboren 30. Januar 1857 in Wimsbach, gestorben 02. Juni 1925 in Bad Ischl) gegründet. Das Ingenieurbüro beschäftigte sich vorzugsweise mit der Planung und dem Bau von Lokalbahnen.

Neben dem Bahnbau wurden von beiden Ingenieuren auch die heute noch existierende “Gmundner Elektrizitäts- AG” gegründet (1894). 1929 erfolgte dann die Gründung der Österreichischen Wasserkraft und Elektrizitäts AG. Zwischen 1894 und 1915 wurden von Stern & Hafferl elf Wasserkraftwerke und drei Kohlekraftwerke gebaut. 1913 übernahm die Firma außerdem die Schifffahrt auf dem Attersee (vormals auch auf dem Wallersee).

Wenn man aber heute den Namen „Stern und Hafferl“ hört, dann meistens aus dem Mund eines Schülers, der mit den „Stern und Hafferl“ Bussen in die Schule und/oder wieder nach Hause fährt. Die Schüler sind das Fahren mit dem Bus gewöhnt und ohne einen „Stern und Hafferl“ Bus hätten sie große Probleme, zur Schule und wieder nach Hause zu kommen. Bis heute betreibt die Unternehmung “Stern & Hafferl”, die den Großteil aller Bahnlinien wie Gmundener Straßenbahnen; Gmunden- Vorchdorf Eggenberg; Vöcklamarkt- Attersee; Lambach- Haag am Hausruck; Bürmoos- Timelkam; Unterach- See; Ebelsberg- St. Florian; Lambach- Vorchdorf Eggenberg; Linz- Eferding- Waizenkirchen; Neumarkt- Waizenkirchen- Peuerbach betreibt. Damit sind die zwei bereits verstorbenen Gründer eine der Spitzenreiter was Vermarktung von öffentlichen Verkehrsmitteln betrifft.

Zum Beispiel in Vöcklabruck verlassen sich hier täglich nicht nur tausende Jugendliche auf den Bus, sondern auch Erwachsene, die damit auch zum Umweltschutz beitragen. Der Bus, der mit seiner angenehmen Ausstattung nur wenig länger braucht als ein Auto, kann nämlich mehr als 64 Passagiere transportieren und ersetzt damit (im optimalen Fall) 37 Autos. Leider bleibt dies nur der optimale Fall und nicht der Durchschnitt, denn noch immer fahren viel zu viele Menschen stur mit dem Auto in den Job, was ja ehrlich gesagt abgesehen von fünf Minuten früher da sein und wieder fünf Minuten früher weg sein, nichts bringt. Über die Nachteile wie Parkplatz suchen und kostenaufwendiger sein, sollte man vielleicht gar nicht erst reden.

In den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sind abends die meisten Lokale überfüllt besonders Jugendliche treffen sich in solchen, um sich bei ein paar Gläsern zu vergnügen. Fast jeder zweite Jugendliche ist an so einem Abend nicht mehr in der Lage zu fahren und würde auch nur einen Umfall herbeiführen. Deswegen gibt es die Nachtschwärmer. Diese Busse sind früh am Morgen unterwegs, um diese Leute sicher nach Hause zu bringen. Das erspart der Unfallbehörde und dem Verkehr eine Menge Schwierigkeiten. Also kann man vergnügt das Nachtleben genießen, ohne Angst haben zu müssen, wie man heim kommt.

Reportage Eindruck zur letzten Woche

•23. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Die Menge drängelt zum Eingang, an dem zwei Securitys mit skeptischem Blick jeden überprüfen. Jeder wird abgetastet und Frauen müssen noch zusätzlich ihre Taschen öffnen. Ein Mann ist an der Reihe. Bei Männern sind sie beim Abtasten besonders genau.  Die Security tastet den Mann von oben bis unten ab. Sie bittet ihn bestimmt, die Stiefel auszuziehen. Dann greift sie grob, schnell und doch uninteressiert in den Stiefel, tastet ihn von innen ab und probiert, alles zu erspüren. Die Security gibt dem Mann den Stiefel wieder zurück und bittet ihn, seine Taschen zu öffnen. Der Mann lehrt widerwillig die Taschen auf einem Tisch aus. Die Menge stöhnt genervt wegen der Dauer der Durchsuchung. Mit einem skeptischen Blick nimmt die Security den Reisepass des Mannes und überprüfte die Richtigkeit des Passes. Sie lässt zwei Sekunden verstreichen, in denen sie dem Mann nur tief in die Augen blickt. Dann gibt sie ihm mit einem unsympathischen „na geh schon“ den Pass wieder.

Längengrad Schreibaufgabe: Sachbücher, Romane der Vergleich.

•23. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Ein Sachbuch zu lesen bedeutet, ein Buch zu lesen, das nichts mit einer anderen fiktiven Fantasy World zu tun hat, sondern ein Sachbuch schildert und vermittelt dem Leser Fakten, die möglichst wahrheitsgetreu sein sollten und dem Leser helfen, sich in dem bestimmten Themen fortzubilden. Dabei können Sachbücher verschiedenste Thematiken beschreiben, die von „Religion“, „Psychologie“, „Philosophie“ über „Geschichte“ bis zu „Ernährung“ reichen. Doch all diese Bücher sind erst dann lesenswert, wenn die darin behandelte Thematik dem Leser zusagt sprich, wenn sich der Leser für dieses Thema interessiert.  Da man sich bloß nicht erwarten kann, dass man beim Lesen eines Sachbuches mittels seiner Fantasie in eine andere, fiktive Welt flüchten kann. Wie aus den genannten Grundregeln der Fakten zu schließen ist, kann man folglich als Leser selbst nie eine fiktive, irreale oder gar fantasievolle Welt mit einem Sachinhalt kombinieren oder besser gesagt aufbauen kann.

Das bedeutet, dass die Unterschiede eines Sachbuches und  eines Romans auf der Hand  liegen.

Der Roman führt den Leser in eine andere Welt. Er kann vom Autor frei erfunden sein und ist somit oft reine Fantasie des Autors. Er will in erster Linie unterhalten und setzt dabei auf Action, Lieben, Humor und andere Unterhaltungsfaktoren. Ein Roman kann auch von einer ganz anderen Welt handeln und damit jeglichen Realitätsbezug verlieren.

Das Sachbuch vermittelt Fakten, die möglichst gut aufgelistet sein sollten. Es sollte nicht zu viel auf einmal sein, so dass der Leser nicht überfordert mit der immensen Menge von Fakten ist. Sachbücher liefern somit für den Leser gut erkennbare Informationen. Wichtig ist hierbei, dass der Autor des Buches nicht mittels seiner Fantasie schreiben kann, sondern ein großes Wissen über das Thema haben muss und meist auch noch weiter recherchieren muss, um so die Wahrheitsgarantie zu steigen.

Meine persönliche Erfahrung mit diesen zwei Arten unterscheidet sich vor allem bezüglich der Lesezeit. Während ich gute Romane verschlingen und Stunden ohne eine Pause lesen kann, ist das bei Sachinformationen genau das Gegenteil. Hier muss ich immer wieder Pausen einlegen, da ich mir sonst einfach den Inhalt oder die vermittelten Fakten nicht merken kann. Das ist meiner Meinung nach vor allem so, weil die Informationen in keine Geschichte verpackt sind, sondern einem einfach vor die Füße geknallt werden. Das ist jetzt nicht unbedingt negativ, denn wenn man die ganze Information eines guten Sachbuches in eine Geschichte verpacken müsste, würden aus einem Buch wahrscheinlich drei oder vier Bücher werden. Also ist es hier durchaus übersichtlich und nützlich, die Informationen in einem Buch zu haben, aber trotzdem braucht gerade deswegen das Gehirn immer wieder Pausen, da es nicht nur den roten Faden wie im Roman behalten muss, sondern so gut wie alles behalten soll. Für mich ist es deswegen auch wichtig ein Sachbuch in einer möglichst ruhigen Atmosphäre zu lesen, sonst kann es sein, dass ich nicht meine volle Konzentration beim Buch habe und durch irgendetwas Anderes abgelenkt werde, wodurch ich den roten Faden verliere und die eine Information nicht mehr mit der zuvor gelesenen oder auch folgenden verknüpfen kann.

Wie lange nun die Pausen zwischen dem Lesen sein sollen, ist von dem Thema des Sachbuches abhängig. Wenn es ein sehr interessantes Buch ist, dann brauche ich deutlich weniger Pausen, als wenn es ein uninteressantes Buch ist. Dennoch scheint es so, als ob meine Bekannten noch weniger lange Pausen brauchen, da sie keine Probleme mit Legasthenie haben und daher deutlich schneller lesen können.

Der Talisman von Johann Nestroy Zusammenfassung

•22. Juni 2009 • Kommentar schreiben

In dem Stück „ Der Talisman“ von Johann Nestroy geht es um eine Posse mit Gesang. Diese ist in drei Akte aufgeteilt und behandelt dabei die Geschichte eines gesellschaftlichen Außenseiters, welcher versucht, in der Gesellschaft Karriere zu machen.

Der 1. Akt:

Das Stück beginnt mit Salome. Sie weint und klagt, weil sie aufgrund ihrer roten Haare von anderen Jugendlichen aus ihrem Dorf verspottet und ausgeschlossen wird. Man erfährt auch. dass die Gärtnerswitwe Flora Baumscher sehr zornig und aufgebracht ist, denn Plutzerkern, ihr Gärtnergehilfe, treibt sie zur Weißglut. Flora Baumsheer will so schnell wie möglich den alten Gärtner gegen einen neuen  eintauschen. Es kommt zu einer Personenverwechslung. Der wütende Titus stößt auf Plutzerkern. Titus besitzt ebenfalls rote Haare und wird aufgrund dessen aus seiner Stadt verstoßen. Pultzkern hält Titus für den neuen Gärtner. Auf dem Land sind die Leute jedoch von Titus auch nicht begeistert, da sie ihn aufgrund seiner Haare für verdächtig halten. Nur Salome ist begeistert von seinen Haaren und seiner Frisur. Durch Zufall rettet Titus kurz darauf Monsieur Marquis das Leben, indem er seine Kutsche davor bewahrt, ins Wasser zu stürzen. Titus erwartet sich eine saftige Belohnung, doch er bekommt nur eine schwarze Perücke, was ihn schwer enttäuscht. Titus entschließt sich, trotz dieser Enttäuschung sein Glück bei auf Schloss Cypressenburg zu versuchen.

Titus’ Art begeistert die Gärtnerswitwe so sehr, dass sie ihm gleich die Kleider ihres verstorbenen Mannes zum Anziehen gibt und ihm die Verantwortung über den gesamten Gärtnerbetrieb überträgt. Doch Flora erwartet sich von Titus nicht nur eine gute Gärtnerarbeit, sondern einen scheinbaren Ersatz ihres verstorbenen Gattens. Titus entdeckt allerdings kurz darauf die ebenfalls frisch verwitwete Kammerfrau Constantina für sich, die er sogleich mit all seinem Charme umgarnt. Flora muss das alles mit ansehen.

Der 2. Akt:

Zwischen Titus und Constantina ist bereits eine engere Beziehung entstanden. Die beiden sind gerade wieder miteinander alleine, als Constantinas Bräutigam Monsieur Marquis ihre Zweisamkeit unterbricht. Da Titus Constantina nichts von seinen roten Haaren erzählt hatte fürchtet er sofort, dass Monsieur Marquis  sein Geheimnis verraten könnte. Titus gelingt es aber, Monsieur Marquis soweit zu beruhigen, dass dieser nichts verrät.

Als Titus aber im Schlaf von seiner geliebten Constantina schwärmt, packt Marquis der Zorn und er reißt Titus aus Wut und Eifersucht seine schwarze Perücke vom Kopf. Titus bemerkt erst, als er längst beim Empfang sein sollte und sich der verwitweten Frau von Cypressenburg und deren Tochter vorstellen sollte, dass er bestohlen wurde. Titus weiß zwar sofort, dass Marquis der Einzige ist, der als Dieb in Frage kommt. Deswegen eilt er in Marquis Zimmer, um seine Perücke zu holen, findet sie aber nicht. Da er gestresst ist, greift er versehentlich zu einer hellen Perücke, mit der er zum Empfang eilt.

Frau von Cypressenburg ist aber nicht entsetzt, sondern vollkommen hingerissen von seinen goldblonden Locken. Sie bietet ihm eine Stelle als Leibsekretär an und auch die verbliebenen, edlen Kleider ihres verstorbenen Gattens. Er macht sich zwar Sorgen wegen eines neuerlichen Perückenverrates, aber zögert nicht und ergreift gierig seine Chance. Daraufhin bittet er nun seine Vorgesetzte Flora, Marquis und Constantina zu entlassen um so auch nicht von denen verraten zu werden.

Monsieur Marquis, Constantina und Flora stürmen während des Abendessens herein und beschweren sich wegen ihrer Entlassung. Titus, der so nah am Ziel war, wird nun von Marquis  verraten, so dass jeder weiß, dass er rote Harre hat. Titus wird daraufhin kurzerhand vom Hof verbannt.

Der 3. Akt:

So wie es anfing, endet es dann auch. Denn nun steht Titus wieder alleine auf der Straße. Dennoch scheint die Lage nicht hoffnungslos zu sein, denn Titus’ Vetter Spund ist ein wohlhabender Bierversilberer und will Titus ein Geschäft kaufen und ihm damit einen besseren Ruf verschaffen. Spund erfährt von Salome, dass Titus im Schloss zu finden sei. Dort verbreitet er die gute Nachricht Titus’ und seiner zukünftigen Geschäftsmannskarriere. So ändern sich doch noch viele schlechte Meinungen über ihn ins Positive.

Doch Titus selbst ist noch uninformiert. Als Frau von Cypressenburg nach ihm schicken lässt, erscheint Titus mit einer grauen Perücke. Als Vetter Spund Titus mit den grauen Haaren erblickt, lügt Titus seinen Vetter schamlos an, dass er über Nacht aus Kummer und Kränkung ergraut sei. Sein Vetter Spund bekommt furchtbares Mitleid mit Titus und beschließt, ihn als Universalerben einsetzen. Als Titus aber das Testament unterzeichnen will wird sein Geheimnis erneut aufgedeckt und dieses Mal von Salome, die herein stürzt und ihm die Perücke vom Kopf reißt. Titus’ Vetter ist außer sich vor Wut, kann jedoch beruhigt werden. Titus selbst verzichtet freiwillig auf die Erbschaft, da er sich viel zu sehr schämt, sie anzunehmen. Auch alle Damen, die den Universalerben umgarnten, sind nun nicht mehr interessiert an Titus und auch er merkt, wie sehr Salome ihn liebt.

Reportage zu London – Science Museum

•22. Juni 2009 • Kommentar schreiben

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Sachbücher und literarische Werke im Vergleich – Längengrad

•21. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Längengrad von Dava Sobel


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Johann Nestroy – “Der Talisman” — Stückzusammenfassung

•21. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Stückzusammenfassung – Der Talisman

von Johann Nestroy

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Nestroy Couplets

•20. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Couplet 1)

Der hat weiter nit g’schaut,
Beinah’ hätt’ ich’n g’haut;
Der Spitzbub’, ’s is wahr,
Lacht mich aus weg’n die Haar’!
Wen geht’s denn was an,
Ich hoff doch, ich kann
Haar’ hab’n, wie ich will,
Jetzt wird’s mir schon z’viel!

Rote Haar’ von ein’ falschen Gemüt zeig’n soll’n?
’s is’s Dümmste, wann d’ Leut’ nach die Haar’ urteil’n woll’n.
’s gibt G’schwufen g’nug mit ein’ kohlrab’nschwarzen Haupt
Und jede is ang’schmiert, die ihnen was glaubt;
Manch blondg’lockter Jüngling is beim Tag so still
Und schmachtend – warum? Bei der Nacht lumpt er z’ viel!
Und mit eisgraue Haar’ schaun die Herrn aus so g’scheit
Und sein oft verruckter noch als d’ jungen Leut’!

Drum auf d’ Haar’ muß man gehn,
Nachher trifft man’s schon schön.

Ein Mann regt sich auf, dass er von einem Bub aufgezogen wird, weil er rote Haare hat. Er listet daraufhin verschiedene Haarfarben mit den ihnen zugeschriebenen Eigenschaften auf und wiederlegt diese.

Couplet 2)

Mir soll einer traun,
Der wird sich verschaun,
Auf Ehr’, dem geht’s schlecht,
Denn ich beutl’ ihn recht;
Der Kakadu is verlor’n,
Wenn ich in mein’ Zorn
Über d’ Haar’ ein’ kumm,
Der geht glatzkopfet um.

Die rothaarig’n Madeln, heißt’s, betrüg’n d’ Männer sehr;
Wie dumm! Das tun d’ Madeln von jeder Couleur.
Die schwarz’n, heißt’s, sein feurig, das tut d’ Männer locken,
Derweil is a Schwarze oft d’ fadeste Nocken.
Die Blonden sein sanft? O! A Blonde is a Pracht!
Ich kenn’ eine Blonde, die rauft Tag und Nacht.
Doch mit graue Haar’ sein s’ treu, na, da stund man dafur,
Nit wahr is, die färb’n sich s’ und geb’n auch keine Ruh’ -

Drum auf d’ Haar’ muß man gehn,
Nachher trifft man’s schon schön.

Erneut eine Zusammenfassung, was die Haare aussagen.

Couplet 3)

Wenn uns einer g’fallt und versteht uns nit glei’,
Was soll man da machen, ’s is hart, meiner Treu!
A Mann, der hat’s leicht, ja, der rennt einer nach,
Und merkt sie’s nit heut’, so merkt sie’s in vierzehn Tag’,
Er tut desparat, fahrt mit ‘n Kopf geg’n die Wand,
Aber daß er’s nit g’spürt, macht er’s so mit der Hand!
Und ’s Madel gibt nach, daß er sich nur nix tut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut!

Die Frau sagt, dass es Männer viel leichter haben eine Frau zu bekommen als umgekehrt. Sie müssen nur der Frau lange genug nachrennen. Und  die Frau gibt irgendwann nach, damit sich der Mann nichts tut.

Couplet 4)

Wenn uns einer kränkt, das is weiter kein Jammer,
Was können wir tun? Nix als wana in der Kammer!
Kränken wir einen Mann, tut’s ihn nit stark ergreifen,
Er setzt sich ins Wirtshaus und stopft si sei Pfeifen.
Wir glaub’n, er verzweifelt, derweil ißt er ein’ Kas,
Trinkt ein’ Heurigen und macht mit der Kellnerin G’spaß,
Schaut im Hamgehn einer andern glei hübsch unter’n Hut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut!

Männer haben es auch leichter wenn sie wer kränkt (Beziehungsbruch?), da sie einfach ins Wirtshaus gehen und saufen.

Couplet 5)

Hat a Madel die zweite oder dritte Amour,
Is ihr Ruf schon verschandelt, und nachher is zur.
In dem Punkt is a Mann gegen uns rein a Köni,
Wann er fünfzig Madeln anschmiert, verschlagt ihm das weni,
Auf so ein’ Halodri hab’n d’ Madln erst Schneid,
Und g’schieht es aus Lieb’ nit, so g’schieht es aus Neid,
Daß man sich um ein’ solchen erst recht reißen tut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut.
(Geht ab.)

Frauen haben es viel schwerer, wenn sie mehrere Beziehungen haben, ist ihr Ruf sofort beschmutzt, während Männer es noch leichter haben eine Frau zu finden.

Couplet 6)

’s war einer von Eisen, hat wütend getanzt,
Dann mit ‘m Gefrornen sich beim offnen Fenster auf’pflanzt,
Is g’rennt und g’sprengt zu die Amouren in Karriere,
Spielt und trinkt d’ ganze Nacht, er weiß vom Bett gar nix mehr.
Nach zehn Jahren is d’ Brust hektisch, homöopathisch der Mag’n,
Er muß im Juli flanellene Nachtleib’ln trag’n
Und extra ein’ wattierten Kaput, sonst war’s z’ kühl -
Ja, die Zeit ändert viel.

Ein Jüngling, der ein sehr ausgeprägtes Nachtleben hatte kann nach 10 Jahren nicht mehr wirklich viel unternehmen. Somit sagt er, dass die Zeit viel verändert.

Couplet 7)

A Sängerin hat g’sungen wie Sphärenharmonie,
Wann s’ der Schnackerl hat g’stoßen, war ’s Feenmelodie.
Diese Stimm’, die is was Unerhörtes gewest,
Aus Neid sein die Nachtigall’n hin wor’n im Nest;
Silberglocken war’n rein alte Häfen gegen ihr;
Sechs Jahr’ drauf kriegt ihr’ Stimm’ a Schneid wie ’s Plutzerbier.
Jetzt kraht s’ nur dramatisch, frett’t sich durch mit’m Spiel -
Ja, die Zeit ändert viel.

In dieser Strophe geht es um eine Sängerin, die früher sehr schön gesungen hat. Nach sechs Jahren ist nichts mehr von ihrer schönen Stimme zu hören.

Couplet 8 )

Dem Haider gelt’ ma schon als ein b’sonderer Staat,
Für den die Verfassung wenig Geltung g’habt hat:
Gegen den Adamovich rief er auf zum Boykott,
Und lasst jetzt die Ortstaferln verändern ganz flott.
Auch im Umweltschutz fühlt er sich plötzlich ganz z’ Haus
Und fordert für Temelin energisch das Aus.
Aber is er jetzt blau, braun oder grün,
das wisse wer will…
Ja, die Zeit ändert viel …

In dieser Strophe geht es um Jörg Haider und es wird von seiner politischen Karriere berichtet.

Couplet 9)

Vor Jahren, der Kreisky hat manches bewegt,
Das wir das all’s zahlen, hat ihn gar ned erregt:
So mach‘ ma halt Schulden, das kränkt mich ned sehr!
Heut steh‘ ma da und haben‘s große Malheur:
Jetzt hab ma den Euro und das Nulldefizit
Und wieder zahl‘ ma alle recht kräftig dabei mit,
Und kaner wird g’fragt, ob er das auch will…
Ja, die Zeit ändert (ned) viel …

In dieser Strophe wird die Politik von Kreisky kritisiert. Er hat zu viele Schulden gemacht, die wir jetzt zahlen müssen.

Couplet 10)

’s kommt ein’ einer ins Zimmer, man fragt, was er will?
»Ich bitt’ um Unterstützung, hab’ Unglück g’habt viel;
Such’ Beschäftigung, doch ’s is alles b’setzt überall,
Ich bin kränklich, war jetzt erst zehn Woch’n im Spital!«
Dabei riecht er von Branntwein in aller Fruh’-
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Ein Bettler, der schon in der Früh nach Brandwein riecht bittet um Unterstützung. Er greift die Masche des armen, kranken Hilfsbedürftigen auf.

Couplet 11)

»Die G’schicht’ wird mir z’ auffallend schon!« schreit der Mann.
»Ich weiß nicht, was d’ hast«, lispelt d’ Frau, »hör’ nur an,
Daß der Mensch mir so viel zarte Achtung erweist,
Das g’schieht aus Bewunderung nur für mein’ Geist,
Das, was du für Liebe hältst, ist Freundschaft nur!«
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Eine Frau erklärt einem (ihrem?) Mann, dass er komplett falsche Auffassungen von der Liebe hat.

Couplet 12)

»Ich geh’ zum Theater!« hat mir einer g’sagt.
»Als was woll’n S’ denn ’s erstemal spiel’n?« hab’ i g’fragt.
»Ich spiel’ gleich den Hamlet, denn ich bin ein Genie.
Gib dann den Don Carlos als zweites Debut.
So wie ich hab’n sie kein’ in der Burg, gar ka Spur!«
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Einer erzählt, dass er ans Theater will und er so ein Genie ist, dass er alle Rollen spielen kann.

Couplet 13)

In der hohen Politik hat’s schon mancher recht gut;
Füllt sich gierig die Tasch’n, dann nimmt er sein Hut.
Die Parteien find’st hier schon von jeder Couleur;
Und bist‘ erst bei zweien, is es gar kein Malheur!
Dann hast’ beim nächsten Regierungswechsel weiter dei‘ Rua.
No, da hab i schon gnua …

In dieser Strophe wird berichtet, dass es sich die Politiker teilweise sehr gut geht. Und dass es komplett egal ist bei wie vielen Parteien man ist.

Johann Nepomuk Nestroy – Couplets

•20. Juni 2009 • Kommentar schreiben

NESTROY- STÜCKZUSAMMENFASSUNG

Arbeitsauftrag: Der Text bzw. Link enthält insgesamt 11 Couplets.
- Versuche, den Inhalt jedes einzelnen kurz zu umreißen.
- Welche stammen aus der Entstehungszeit des Stückes, welche wurden neu hinzu gedichtet?

1. Akt, Fünfte Szene

Titus Feuerfuchs (tritt während des Ritornells des folgenden Liedes erzürnt von rechts vorne auf)

Lied

Couplet 1)

Der hat weiter nit g’schaut,
Beinah’ hätt’ ich’n g’haut;
Der Spitzbub’, ’s is wahr,
Lacht mich aus weg’n die Haar’!
Wen geht’s denn was an,
Ich hoff doch, ich kann
Haar’ hab’n, wie ich will,
Jetzt wird’s mir schon z’viel!

Rote Haar’ von ein’ falschen Gemüt zeig’n soll’n?
’s is’s Dümmste, wann d’ Leut’ nach die Haar’ urteil’n woll’n.
’s gibt G’schwufen g’nug mit ein’ kohlrab’nschwarzen Haupt
Und jede is ang’schmiert, die ihnen was glaubt;
Manch blondg’lockter Jüngling is beim Tag so still
Und schmachtend – warum? Bei der Nacht lumpt er z’ viel!
Und mit eisgraue Haar’ schaun die Herrn aus so g’scheit
Und sein oft verruckter noch als d’ jungen Leut’!

Drum auf d’ Haar’ muß man gehn,
Nachher trifft man’s schon schön.

Mann wird aufgrund seiner Haare ausgelacht. Er besteht darauf, dass er seine Haare tragen kann wie er möchte. Er gibt Beispiele dafür, dass die Haarfarbe nicht ausschlaggebend für den Charakter ist.

BSP:   graue Haare à kluge, erfahrene, alte Leute

es gibt aber auch Menschen mit grauen Haaren, die noch verrückter sind als die Jungend

Couplet 2)

Mir soll einer traun,
Der wird sich verschaun,
Auf Ehr’, dem geht’s schlecht,
Denn ich beutl’ ihn recht;
Der Kakadu is verlor’n,
Wenn ich in mein’ Zorn
Über d’ Haar’ ein’ kumm,
Der geht glatzkopfet um.

Die rothaarig’n Madeln, heißt’s, betrüg’n d’ Männer sehr;
Wie dumm! Das tun d’ Madeln von jeder Couleur.
Die schwarz’n, heißt’s, sein feurig, das tut d’ Männer locken,
Derweil is a Schwarze oft d’ fadeste Nocken.
Die Blonden sein sanft? O! A Blonde is a Pracht!
Ich kenn’ eine Blonde, die rauft Tag und Nacht.
Doch mit graue Haar’ sein s’ treu, na, da stund man dafur,
Nit wahr is, die färb’n sich s’ und geb’n auch keine Ruh’ -

Drum auf d’ Haar’ muß man gehn,
Nachher trifft man’s schon schön.

Wenn ihn noch einmal jemand über seine Haare verärgert, wird er denjenigen verprügeln.

Ähnlich wie in Couplet 1 gibt er wieder BSP für den Zusammenhand von Haarfarbe und Charakter und wie man sich dabei täuschen kann.

Die blonden sein sanft? à die rauft Tag und Nacht

Frauen mit schwarzen Haaren sind feurig à oft sind die sehr langweilig

1. Akt, Fünfzehnte Szene

Salome (allein)

Salome Da geht er, und ich weiß nicht – ich hab’ eh’ kein Glück g’habt, und mir kommt jetzt vor, als wenn er noch was mitgenommen hätt’ davon. Wenn ich mir’s nur aus ‘m Sinn schlagen könnt’! Aber wie denn? Mit was denn? Wär’ ich a Mannsbild, wußt’ ich mir schon z’ helfen; aber so – die Mannsbilder haben ’s halt doch in allen Stücken gut gegen uns.

Lied

Couplet 3

Wenn uns einer g’fallt und versteht uns nit glei’,
Was soll man da machen, ’s is hart, meiner Treu!
A Mann, der hat’s leicht, ja, der rennt einer nach,
Und merkt sie’s nit heut’, so merkt sie’s in vierzehn Tag’,
Er tut desparat, fahrt mit ‘n Kopf geg’n die Wand,
Aber daß er’s nit g’spürt, macht er’s so mit der Hand!
Und ’s Madel gibt nach, daß er sich nur nix tut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut!

Sie sagt, dass Männer einfacher einer Frau hinterherlaufen können als umgekehrt. Männer dürfen mit dem Kopf durch die Wand und ihren Willen durchsetzten. Sie sagt, dass die Männer besser haben. (Neid)

Couplets 4

Wenn uns einer kränkt, das is weiter kein Jammer,
Was können wir tun? Nix als wana in der Kammer!
Kränken wir einen Mann, tut’s ihn nit stark ergreifen,
Er setzt sich ins Wirtshaus und stopft si sei Pfeifen.
Wir glaub’n, er verzweifelt, derweil ißt er ein’ Kas,
Trinkt ein’ Heurigen und macht mit der Kellnerin G’spaß,
Schaut im Hamgehn einer andern glei hübsch unter’n Hut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut!

Sie sagt, wenn ein Mann eine Frau kränkt macht das nichts weiter aus. Frauen haben keine andere Möglichkeit als „glücklich“ weiterzuleben und dürfen kein Trübsal blasen. Wenn das umgekehrt passiert macht sich der Mann nicht viel draus und genießt sein Leben in vollen Zügen weiter. Er geht ins Wirtshaus und vergnügt sich auch mit anderen Frauen. Gleiches Ende wie in Couplet 3: Die Männer haben es gut.

Couplet 5

Hat a Madel die zweite oder dritte Amour,
Is ihr Ruf schon verschandelt, und nachher is zur.
In dem Punkt is a Mann gegen uns rein a Köni,
Wann er fünfzig Madeln anschmiert, verschlagt ihm das weni,
Auf so ein’ Halodri hab’n d’ Madln erst Schneid,
Und g’schieht es aus Lieb’ nit, so g’schieht es aus Neid,
Daß man sich um ein’ solchen erst recht reißen tut -
Ja, die Männer hab’n ’s gut, hab’n ’s gut, hab’n ’s gut.
(Geht ab.)

Wenn eine Frau schon mehrere Beziehungen bzw. Männer ist ihr Ruf sofort beschmutzt (Hure). Bei Männern macht es nichts aus, wenn er schon viele Frauen hatte. Gleiches Ende wie in den Couplets zuvor.

- kann auch teilweise auf das 21. Jahrhundert übertragen werden

Couplet 6

2. Akt, Zweiundzwanzigste Szene

Titus (allein)

Titus Gnädige! Gnädige! Ich sag’ derweil nichts als: Gnädige! – Wie ein’ das g’spaßig vorkommt, wenn ein’ nie eine mögen hat, und man fangt auf einmal zum Bezaubern an, das ist nit zum Sagen. Wann ich denk’: Heut’ vormittag und jetzt, das wird doch eine Veränderung sein für einen Zeitraum von vier bis fünf Stund’! Ja, die Zeit, das is halt der lange Schneiderg’sell, der in der Werkstatt der Ewigkeit alles zum Andern kriegt. Manchmal geht die Arbeit g’schwind, manchmal langsam, aber firtig wird’s, da nutzt amal nix, g’ändert wird all’s!

Lied

’s war einer von Eisen, hat wütend getanzt,
Dann mit ‘m Gefrornen sich beim offnen Fenster auf’pflanzt,
Is g’rennt und g’sprengt zu die Amouren in Karriere,
Spielt und trinkt d’ ganze Nacht, er weiß vom Bett gar nix mehr.
Nach zehn Jahren is d’ Brust hektisch, homöopathisch der Mag’n,
Er muß im Juli flanellene Nachtleib’ln trag’n
Und extra ein’ wattierten Kaput, sonst war’s z’ kühl -
Ja, die Zeit ändert viel.

Mann hat in seinen jüngeren Jahren die ganze Nacht gefeiert und getrunken. 10 Jahre später hat er nun Probleme mit seinem Körper (Herz, Brust, Magen, muss sich wärmen)

Couplet 7

A Sängerin hat g’sungen wie Sphärenharmonie,
Wann s’ der Schnackerl hat g’stoßen, war ’s Feenmelodie.
Diese Stimm’, die is was Unerhörtes gewest,
Aus Neid sein die Nachtigall’n hin wor’n im Nest;
Silberglocken war’n rein alte Häfen gegen ihr;
Sechs Jahr’ drauf kriegt ihr’ Stimm’ a Schneid wie ’s Plutzerbier.
Jetzt kraht s’ nur dramatisch, frett’t sich durch mit’m Spiel -
Ja, die Zeit ändert viel.

Frau hatte in den ihren jungen Jahren eine fantastische Stimme. Doch aus der guten Sängerin wurde eine Frau mit scheußlicher Stimme. Ein weiteres Beispiel dafür, dass die Zeit vieles verändert

Couplet 8

Dem Haider gelt’ ma schon als ein b’sonderer Staat,
Für den die Verfassung wenig Geltung g’habt hat:
Gegen das oberste Gericht ruft er auf zum Boykott,
Und lasst in Kärnten die Ortstaferln nicht ändern so flott.
Bei den Blauen fühlt er sich schon sehr lang nimmer z’ Haus
Doch das neue BZÖ steht energisch vor’m Aus.
Ob orange, blau oder braun, das wisse wer will…
Ja, die Zeit ändert viel …

NEU HINZUGEDICHTET:

Haider war eine besondere Person. Steht auf der Seite der Kärntner Bürger und will die Ortstafel nicht ändern. Doch man weiß nicht recht zu welcher Partei er jetzt eigentlich dazugehört.

Couplet 9

Vor Jahren, der Kreisky hat manches bewegt,
Das wir das all’s zahlen, hat ihn gar ned erregt:
So mach‘ ma halt Schulden, das kränkt mich ned sehr!
Heut steh‘ ma da und haben‘s große Malheur:
Jetzt hab ma den Euro und das Nulldefizit
Und wieder zahl‘ ma alle recht kräftig dabei mit,
Und kaner wird g’fragt, ob er das auch will…
Ja, die Zeit ändert (ned) viel …

NEU HINZUGEDICHTET:

Kreisky hat vieles verändert nur hat diese Veränderung Konsequenzen bis heute. Wir haben hohe Schulden und der EURO macht die Situation nicht leichter. Er kritisiert die hohen Steuern.

3. Akt, Sechzehnte Szene

Titus (allein)

Titus Fahr ab, du bordierte Befehlerfüllungsmaschine! Das is auch einer aus der g’wissen Sammlung – das Leben hat eine Sammlung von Erscheinungen, die wahrscheinlich von sehr hohem Wert sind, weil sie den Ungenügsamsten zu der genügsamen Äußerung hinreißen: »Da hab’ ich schon g’nur!«

Lied

Couplet 10

’s kommt ein’ einer ins Zimmer, man fragt, was er will?
»Ich bitt’ um Unterstützung, hab’ Unglück g’habt viel;
Such’ Beschäftigung, doch ’s is alles b’setzt überall,
Ich bin kränklich, war jetzt erst zehn Woch’n im Spital!«
Dabei riecht er von Branntwein in aller Fruh’-
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Jemand kommt ins Zimmer und fragt nach einem Job, da er viel Unglück erleiden musste. Er behauptet er sei lange krank gewesen. Die Beamten merken aber, dass er schon in der Früh nach Alkohol (Branntwein) riecht und haben schon genug.

Couplet 11

»Die G’schicht’ wird mir z’ auffallend schon!« schreit der Mann.
»Ich weiß nicht, was d’ hast«, lispelt d’ Frau, »hör’ nur an,
Daß der Mensch mir so viel zarte Achtung erweist,
Das g’schieht aus Bewunderung nur für mein’ Geist,
Das, was du für Liebe hältst, ist Freundschaft nur!«
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Mann schreit mit seiner Frau und behauptet sie habe einen anderen. Sie sagt, dass er falsche Ansichten von der Liebe(was der Mann für Liebe hält ist für sie nur Freundschaft)  hat und der andere sie viel mehr respektiert.

Couplet 12

»Ich geh’ zum Theater!« hat mir einer g’sagt.
»Als was woll’n S’ denn ’s erstemal spiel’n?« hab’ i g’fragt.
»Ich spiel’ gleich den Hamlet, denn ich bin ein Genie.
Gib dann den Don Carlos als zweites Debut.
So wie ich hab’n sie kein’ in der Burg, gar ka Spur!«
Na, da hab’ ich schon g’nur, na, da hab’ ich schon g’nur!

Mann sagt, dass er ins Theater geht und den Hamlet spielt. Er behauptet, dass er der einzige ist, der diese Rolle übernehmen könnte.

Couplet 13

In der hohen Politik hat’s schon mancher recht gut;
Füllt sich gierig die Tasch’n, dann nimmt er sein Hut.
Die Parteien find’st hier schon von jeder Couleur;
Und bist‘ erst bei zweien, is es gar kein Malheur!
Dann hast’ beim nächsten Regierungswechsel weiter dei‘ Rua.
No, da hab i schon gnua … (Durch die Seitentür links ab.)

NEU HINZUGEFÜGT:

Die Politiker haben es recht gut und füllen ihre eigenen Taschen mit Geld. Es gibt mittlerweile schon zu viele Parteien. Es macht auch nichts, wenn man Mitglied von zwei verschiedenen Parteien ist. Dann ist man wenigstens beim nächsten Regierungswechsel sicher vertreten.